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Start » Reisen » Kuba » Eckdaten zu Kuba

Ein paar Eckdaten zu Kuba aus der jüngsten Zeit

DatumEreignis
Anfang 2020Der weltweite Ausbruch von Corona bringt den Tourismus in Kuba vollständig zum Erliegen. Eine wichtige Quelle für Devisen versiegt, in der Folge wird der Mangel auf der Insel immer noch gravierender.
27.11.20Die kubanische Polizei räumt den Sitz der San-Isidro-Bewegung, einer informellen Gruppe von jungen Leuten, die mit den Verhältnissen in Kuba unzufrieden sind, und hält mehrere Mitglieder stundenlang fest
12.01.21Die Trump-Administration nimmt Kuba in die Liste der terroristischen Staaten auf. Dies kommt einer Verschärfung des Embargos gegen Kuba gleich und hat u.a. zur Folge, dass die wirtschaftlichen Beziehungen zu und der Geldfluss nach Kuba so gut wie vollständig zum Erliegen kommen. Eine weitere Verschlimmerung des Mangels ist die Folge.
29.01.21Die Administration von Biden kündigt eine Revision der Politik von Trump gegen Kuba an; bis jetzt, Mitte 2022, ist das ohne konkrete Auswirkungen (s.u.).
11.02.212018 wurde Kuba durch die USA beschuldigt, „Schallangriffe“ auf die Botschaft der USA auf Kuba durchgeführt zu haben. Ein nun bekannt gewordener Bericht des State Departments der USA, der bereits vier Monate nach dem Vorfall abgeschlossen wurde, deckt auf, dass die Anschuldigungen der USA gegenüber Kuba ohne jeden Tatsachenbeweis erfolgt sind.
16.04.21Raúl Castro tritt zurück.
19.04.21Miguel Díaz-Canel übernimmt die Führung der Kommunistischen Partei
23.06.21Die UNO verurteilt ein weiteres Mal das Embargo der USA gegen Kuba
24.06.21Kuba gelingt der erste lateinamerikanische Impfstoff gegen Covid mit Wirksamkeitsdaten auf dem Niveau von Pfizer und Moderna
11. und 12.07.21Massenproteste gegen Lebensmittelknappheit sowie den Mangel an Impfstoff und für mehr Freiheit werden durch ein großes Aufgebot an Polizei niedergeschlagen. Es kommt zu zahlreichen Verhaftungen.
22.07.21In Kuba beginnen die Prozesse gegen die Teilnehmer an den Protesten vom 11. Juli in einem stark abgekürzten Verfahren unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
22.07.21Als Reaktion auf die Niederschlagung der Massenproteste verhängen die USA neue Sanktionen gegen den kubanischen Verteidigungsminister und gegen die Beamten der Abteilung des Innenministeriums, die die Niederschlagung organisiert hatten.
04.10.21Die Hälfte der kubanischen Baseball-Nationalmannschaft desertiert während der Weltmeisterschaft in Mexiko. Der Vorgang ist als Teil einer generelleren Auswanderungswelle zu sehen.
13.10.21Die Regierung von Kuba erteilt dem Antrag für eine friedliche Demonstration am 15.11.2021 eine Absage und verbietet den sogenannten Marsch für den Wandel.
11.11.21Strategiewechsel des Förderers des Marsches für den Wandel: Yunior García will als Einzelner den Protest durchführen, um Massenverhaftungen zu verhindern
15.11.21Polizeidruck verhindert den Marsch für Veränderung: Massive Polizeipräsenz vor den Häusern setzt de facto einen generellen Hausarrest durch
19.11.21Die Latin Grammys belohnen Kubas Schrei nach Freiheit: Die Hymne der Protestbewegung – „Patria y vida“, ein Rap-Song – erhält auf der Gala in Las Vegas den Preis für den besten städtischen Song und Song des Jahres
17.12.21Über 100 US-Kongressabgeordnete fordern von Biden eine Änderung der Kuba-Politik
17.03.22Kubanische Gerichte verurteilen 128 Personen, die an den Protesten im Juli 2021 teilgenommen haben, wegen Aufwiegelung. 31 der Verurteilten erhalten Haftstrafen zwischen 20 und 30 Jahren.

Die Urteile werden innerhalb Kubas und im Ausland zum Teil heftig kritisiert. Dennoch folgen weitere, ähnlich drakonische Urteile gegen weitere Dissidenten.
Mai 2022Die Teilnahme Kubas – wie auch die von Nicaragua und Venezuela – am IX. Amerika-Gipfel wird durch den Gastgeber USA verhindert, trotz der Proteste anderer lateinamerikanischer Staaten (insbesondere Mexiko und Argentinien).

Parallel dazu finden Verhandlungen zwischen den USA und Kuba statt zur teilweisen Rücknahme von Verschärfungen des Embargos gegen Kuba, die Trump kurz vor seinem Regierungsende durchgesetzt hatte. Betroffen sind u.a. die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen, Erleichterungen beim Reisen und bei Finanztransaktionen.

Es werden neue Höchstzahlen zur illegalen Migration von Kubanern in die USA gemeldet. El País berichtet mehrfach von einem (Massen)exodus und nennt als eine der Ursachen die Repressalien von Kuba gegen seine Dissidenten.
21.05.2022Das Außenministerium der USA verkündet Ergebnisse aus den Verhandlungen zur teilweisen Rücknahme der Trump’schen Verschärfung des Embargos gegen Kuba. Die Ankündigungen sind jedoch nicht mit einem konkreten Datum versehen, sodass die Bekanntgabe über eine Absichtserklärung nicht hinausgeht.
Anmerkung zu den Quellen

Die Angaben gehen auf Internetrecherchen sowie auf Zeitungsberichte zurück, hauptsächlich aus El País und Süddeutsche Zeitung. Die Datumsangaben sind mitunter das Erscheinungsdatum der Nachricht.

Anmerkung zum gendern

Leider hält die deutsche Sprache längst nicht für alle Substantive, die Personen bezeichnen, eine geschlechtsneutrale Version vor. Das Beispiel „Mitglieder“ funktioniert auch nur, weil diese ein grammatikalisches Neutrum sind. Mit den vielfach benutzten Formen der Sternchen-Schreibweise der „Mitbürger*in“ o.ä. oder der Wiederholung nach dem Muster der „Mitbürger und Mitbürgerin“ kann ich mich nicht so recht anfreunden: Zum einen geht das zu Lasten des Schreib- und des Leseflusses, zum anderen sind nicht-binäre Menschen damit grammatikalisch eher aus- wie eingeschlossen.

Ich benutze auf diesen Seiten also die klassische Form, verzichte also auf „grammatikalisches gendern“, und betone hiermit ausdrücklich, dass in den fraglichen Fällen die nicht-männlichen bzw. nicht-weiblichen bzw. binären Personen genauso gemeint sind wie die nicht-binären, weiblichen oder männlichen, auf die sich die Grammatik verengt.

vgl. dazu auch Havannas Malecon – wo das Leben der Stadt zusammenkommt